Sex über den Wolken

1) Abreisetag
Der Bus bog in die Zufahrt zum Flughafen ein. Jetzt ging der Eincheckstress los. Eine Unmenge an Leuten stand schon am Schalter, sie kamen als Letzte. Das Personal hier hatte unendlich viel Zeit. Zentimeter um Zentimeter kamen sie voran.

Er hatte sich an die rechte Schlange angestellt, sie an die linke. Immer wieder fiel ihr Blick auf ihn, aber, was sollte jetzt noch passieren? In drei Stunden sollte der Flieger gehen, dann war alles vorbei.

Nach unendlichen 90 Minuten hatte sie endlich eingecheckt und den Koffer abgegeben. In ihrer Hosentasche hatte sie noch Pesos gefunden, vom ersten Urlaubstag, danach hatte sie keine lange Hose mehr getragen. Das Geld musste sie noch los werden, denn Pesos durften nicht ausgeführt werden. Zuerst kaufte sie sich eine Merengue CD, dann suchte sie nach noch einem Mitbringsel, aber alles was sie sah, war Kitsch.

An der Fluganzeigetafel erschien hinter ihrem Flug: 1 Stunde Verspätung, na toll, jetzt hatte sie noch zwei Stunden Wartezeit. Sie ging in ein Bistro, konnte ihn aber nicht entdecken und kaufte sich deshalb dort nur eine Dose Cola. Dann ging sie in die Wartehalle, in der auch eine Snack-Bar war. Dort saß er mit seinen Freunden. Unauffällig kaufte sie auch dort noch eine Cola und ging rein – zufällig – damit an seinem Tisch vorbei. Er sah sie nicht, da er sich mit seinen Freunden unterhielt, also machte sie ihn mit einem “Hallo” auf sich aufmerksam.

Er schaute auf und lächelte: “Ach, hallo, da bist du ja wieder. Setz dich doch zu mir.” “Störe ich auch nicht?” fragte sie mit einem Blick auf seine Freunde. “Wieso solltest du? Ich bin doch nicht dazu verpflichtet mich mit meinen Bekannten zu unterhalten.” Sie setzte sich ihm gegenüber und trank ihre Cola.

“Wie lange warst du hier? Ich habe dich nicht auf dem Hinflug gesehen.” fragte er sie. “9 Tage, von Freitag, bis Samstag, also 8 Übernachtungen” erwiderte sie. “Wie, das geht auch? Ich dachte, man könnte nur wochenweise buchen. 1 Woche war mir zu kurz, wegen dem langen Flug, die zwei Wochen waren eigentlich schon wieder zu lang.” sagte er überrascht. “Im Reiseprospekt stehen doch immer die 1 Wochenpreise, daneben die Verlängerungswochen und dann die Verlängerungstage. Hast du das nicht gesehen?” lachte sie zurück. Er grübelte: “Neee, das habe ich gar nicht beachtet.”

“Sollen wir eine rauchen gehen?” fragte er, um auf ein anderes Thema zu kommen. Sie stimmte zu. Sie gingen gemeinsam zur Raucherecke, dort zündeten sie sich jeder eine Zigarette an. Was sollte sie sagen? Sie nuckelte an ihrer Cola. Da fiel ihr ein, dass sie noch eine Zweite in ihrem Rucksack hatte, die bot sie ihm an und er nahm sie dankbar entgegen. Wortlos rauchten und tranken sie, welches Thema sollte man mit einem Fremden anfangen, den man nach zwei Stunden nie wieder sah?

2)”Wie heißt du eigentlich?” durchbrach er die Stille. Sie nannte ihren Namen, und er nannte ihr seinen. Dann kam die Altersfrage, sie war sieben Jahre älter als er. Na ja, war auch egal, für zwei Stunden würde das nichts ausmachen. “Was würdest du machen, wenn unser Flieger gar nicht kommt und wir erst morgen fliegen können?” fragte er mit einem seltsamen, durchdringenden Blick. An was hatte er gedacht? Irgendwie spürte sie auf einmal ein Knistern in der Luft, war es Einbildung, oder wollte er auf ein ganz bestimmtes Thema kommen?

Mit sicherer Stimme entgegnete sie deshalb lachend: “Ich würde dich aus diesem Flughafengebäude ins nächste Taxi zerren, das nächstliegende Hotel anfahren und eine heiße Nacht mit dir verbringen.” Sie hatte wohl seine Gedanken laut ausgesprochen, denn er ging sofort auf ihre Antwort ein: “Wie stellst du dir denn unsere heiße Nacht vor?” “Na, eben heiß!” lachte sie wieder.

Sie setzten sich auf eine Bank und ließen ihren Gedanken freien Lauf. Sie stichelten sich gegenseitig hoch mit ihren Vorstellungen, was sie in ihrer geschenkten Nacht alles tun würden. Doch bald wurden ihre trunkenen Gedanken wieder nüchtern, ihre Maschine landete heil am Flughafen, in zwanzig Minuten sollten sie abfliegen. Er fragte sie nach ihrer Sitzplatznummer. “34 D, und du?” “31 A, warte mal.” Er stand auf und verschwand. Fünf Minuten später kam er grinsend zurück. “Ich habe unsere Sitzplätze mit zwei Bekannten getauscht, die hatten zwei nebeneinander. Gut? Jetzt bleiben uns doch noch mehr Stunden als wir gedacht hatten.” Sie war überrascht und irgendwie glücklich, ihre Trennung wurde verschoben.

Dann ertönte der Lautsprecher, sie wurden aufgefordert, das Flugzeug zu betreten. Ihre neuen Sitzplätze waren in der Zweierreihe an der linken Fensterseite, so saß niemand unmittelbar neben ihnen. Sie nahmen Platz, er am Fenster, sie am Gang, und fingen gleich wieder an zu reden, über die Nacht der Nächte.

3)Als sie in der Luft waren kam die Stewardess mit den Getränken und sie bestellten beide Sekt. Vor Erregung zitternd stießen sie mit ihren Gläsern an, dann beugte er sich zu ihr und gab ihr den ersten Kuss. Sie schloss ihre Augen, Blitze und Funken sprühten um sie herum, dann spürte sie, wie seine Hand auf ihrem Arm heraufglitt. Ein Schauer lief über ihren Rücken. Sie trug Jeans, ein enges, weit ausgeschnittenes T-Shirt mit schmalen Trägern und darüber eine weite Jacke. Unter dieser Jacke suchte seine Hand nach ihrem Körper, während er sie immer weiter küsste. Dann verschwand seine Hand, und auch sein Mund, aber sie ließ ihre Augen geschlossen.

Auf einmal spürte sie einen kalte, prickelnden Tropfen auf ihrem Arm, der langsam nach unten rollte. Er hatte sich einen Finger mit Sekt benetzt und den Tropfen auf ihre Haut fallen lassen. Eine Gänsehaut überzog ihren Körper, ihre Brust wurde fest und zeichnete sich deutlich durch das enge T-Shirt ab. Nachdem er ihre Reaktion beobachtet hatte, tauchte er seinen Finger wieder in das Sektglas, diesmal lies er den Tropfen auf ihr Dekolleté fallen. Nachdem sich dieser seinen Weg gesucht hatte, beugte er sich zu ihr und folgte mit seinen Lippen dem schmalen Rinnsal. Dann legte er seinen Mund an ihr Ohr und flüsterte ihr die erotischen Dinge zu, die er sich gerade vorstellte, mit ihr zu machen. Sein Duft, seine Stimme, seine Worte und seine Hände ließen sie vergessen, wo sie waren. Alle Leute um sie herum verschwanden, ihre Stimmen kamen nur noch wie durch Watte bei ihr an, sie war alleine mit ihm und wollte ihn, jetzt!

Jäh wurden sie aus ihrem Traum gerissen, die Stewardess stand neben ihr und schaute sie an: “Also, was wollen sie essen?” fragte sie wohl schon zum zweiten Mal. Dann lächelte sie wissend, als sie in ihre verklärten Gesichter schaute. “Hühnchen oder Cannelloni?” Sie entschieden sich beide für Hühnchen, dazu Rotwein. Mechanisch aßen sie ein wenig, dann tranken sie den Wein.

Eine Turbulenz nach der anderen erschütterte das Flugzeug, aber das war ihnen egal, sie wollten da weiter machen, wo sie gestört wurden. Die Tabletts wurden abgeräumt, dann erloschen die Lichter und ein Kinofilm wurde gezeigt. Sie wussten, die Leute schauten entweder zum Fernseher, oder sie versuchten zu schlafen. Aber das war ihnen sowieso egal, sie waren alleine, niemand kannte sie.

Er nahm die Schlafdecke, die sie von der Stewardess erhielten und breitete sie über sie aus. So waren ihre Zärtlichkeiten besser verborgen. Sie küssten, erzählten und streichelten sich immer weiter, bis er merkte, dass sie fast durchdrehte. Vorsichtig löste er sich von ihr und sagte: “Wir tauschen die Plätze!” Dann standen sie mit zitternden Beinen auf, sie rutschte auf den Fensterplatz, er nahm auf dem anderen Sitz platz. Dann legte er wieder die Decke über sie. Ihren Kopf drückte er zärtlich mit seinen Lippen an die Bordwand, ihre Beine zog er schräg zu sich.

Dann, während er sie immer weiter küsste, öffnete er ihre Hose und seine Hand suchte nach ihrer erregtesten Stelle. Sie war so feucht, dass sie fast überlief. Als er gekonnt ihre Erregung steigerte, vergaß sie vollends ihre Umgebung und fing an zu stöhnen. Er presste seinen Mund auf ihren um das Stöhnen zu unterdrücken. Sie hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen, ihr Pulsschlag geriet außer Kontrolle, ihr Körper zuckte, auf ihrer Stirn bildeten sich Schweißperlen, sie wussten, gleich war es soweit.

Er presste sich noch stärker auf ihren Mund und ihren Körper, dann bäumte sie sich auf und zerfloss unter seinen Fingern. Erst, als er spürte, dass sie ruhiger wurde, löste er sich von ihr.

4)Lächelnd wartete er darauf, dass sie wieder ihre Augen aufschlug. Erst jetzt begriff sie wieder, wo sie waren. Mein Gott, so etwas hatte sie noch nie erlebt. Er ging zur Stewardess und holte noch zwei Gläser Rotwein. Das kühle Getränk floss durch ihre heißen Körper.

Wieder schilderte er ihr, was sie alles gemacht hätten, wenn sie sich schon im Urlaub kennen gelernt hätten. Jetzt öffnete sie seine Hose unter der Decke. Seine Erektion war deutlich zu spüren. Während er leicht stöhnend weiter sprach, massierte sie ihm seinen heißen Stab. Auf einmal verstummte er und drückte sein Gesicht in ihren Nacken, sie spürte ein Pulsieren und ein Zucken in ihrer Hand, dann ergoss sich eine kochende Flüssigkeit über ihre massierenden Finger. Zärtlich küsste sie seine Haare, bis er sich wieder aufrichtete und ihr erhitztes Gesicht küsste.

Der Flieger setzte zur Landung an, sie hatten nichts von dem Geschehen an Bord mitbekommen, die Stewardess hatte sie nicht wieder angesprochen. Sie waren weit, weit weg gewesen, weit über den Wolken. Er kramte einen Zettel und einen Stift aus seiner Tasche und sie tauschten Handynummer und E-Mail Adresse aus. Dann landete das Flugzeug. Zitternd und verschwitzt liefen sie den anderen Passagieren hinterher.

“Sollen wir zusammen auf die Damentoilette gehen?” fragte er sie mit glühenden Augen. Sie lächelte nur, sie dachte an einen Spruch, den ihr mal eine Kollegin im Skiurlaub gesagt hatte: “Unter 1000m ist alles vergessen!” Sie blieb ihm eine Antwort schuldig.

Als wäre nichts gewesen ging sie zielstrebig auf das Kofferlaufband zu. Während sie auf ihr Gepäck warteten, sprach keiner von ihnen ein Wort. Draußen standen die Leute, die sie abholten. Dann kam ihr Koffer. Noch einmal nahmen sie sich in die Arme. Sie hielten sich fest und schauten sich tief in die Augen. “Werde ich dich wieder sehen? Werden wir es beenden können, was über den Wolken angefangen hat?” schienen sie zu fragen.

Dann löste sie sich von ihm und ging durch die Glastür zu den Wartenden. Raus in das kalte Deutschland, raus in die Wirklichkeit.

Ein Kommentar zu “Sex über den Wolken”

  1. gigolo

    geiiiiiiil :D D

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